Industry

Android App

Client

ScanSystems

Tire Scanner 2

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Eine native Android-Lösung zur präzisen, digitalen und mobilen Erfassung und Analyse von Lkw-Reifendaten direkt am Fahrzeug.

Für ein führendes Unternehmen im Bereich Fahrzeug- und Flottenwartung wurde eine nativ optimierte Android-App entwickelt, die als Scan- und Analyse-Hub für einen mobilen Lkw-Reifenscanner dient. Das System ermöglicht Servicetechnikern und Flottenmanager:innen vor Ort, die Profiltiefe, das Abnutzungsbild und den Gesamtzustand von Lkw-Reifen in Sekundenschnelle präzise zu erfassen. Durch die digitale Erfassung werden manuelle Messfehler eliminiert, Wartungsbedarfe vorausschauend erkannt und die Betriebssicherheit von Flotten signifikant erhöht.

Herausforderungen

Die Gestaltung der App stand vor extremen Rahmenbedingungen, die sich stark von klassischen Consumer-Apps unterscheiden: * Raue Nutzungsumgebungen: Die App wird im Freien, auf Betriebshöfen und in Werkstätten eingesetzt – oft unter schlechten Lichtverhältnissen, bei starker Sonneneinstrahlung oder Regen. * Ergonomie & Haptik: Techniker tragen häufig Arbeitshandschuhe und bedienen das mobile Endgerät meist einhändig direkt am Fahrzeug. * Komplexität der Messdaten: Scan-Daten liefern hochkomplexe 3D-Profile und Detaillösungen, die auf einem kompakten Smartphone-Display sofort verständlich visualisiert werden müssen. * Kritische Zeitfaktoren: Der Messvorgang pro Reifen darf nur wenige Sekunden dauern, um den Ablauf bei der Flotteninspektion nicht zu bremsen.

Vorgehen

Um eine extrem robuste und hocheffiziente User Experience zu schaffen, wurde das Design konsequent auf den Kontext vor Ort ausgerichtet: Contextual Discovery (Field Research): Das Design-Team begleitete Techniker bei der Arbeit vor Ort, um die Bewegungsabläufe, Lichtverhältnisse und tatsächlichen Störfaktoren im Arbeitsalltag direkt zu analysieren. Mobile-First UI & Accessibility: Fokus auf kontrastreiche UI-Elemente, große Touch-Targets für die Bedienung mit Handschuhen und klare visuelle Hierarchien, die auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar bleiben. Visuelle Datenaufbereitung: Entwicklung intuitiver Farb-Codierungen (z. B. Ampelsysteme) und klar strukturierter 2D/3D-Grafiken zur Abnutzung, damit kritische Reifenwerte ohne Einarbeitungszeit auf einen Blick erkannt werden. Geführte Workflows (Wizard-Design): Reduzierung kognitiver Belastung durch klare Schritt-für-Schritt-Prozesse – von der Fahrzeugerfassung über den eigentlichen Scan-Vorgang bis hin zum finalen Inspektionsbericht. Fahrzeug-Identifikation (Setup): Der Techniker scannt das Kennzeichen oder die Fahrgestellnummer (VIN) per App-Kamera. Die App lädt sofort das spezifische Achs-Layout des Lkw (z. B. 3 Achsen, Zwillingsbereifung). Der Scan-Vorgang (Guided Workflow): Die App führt Schritt für Schritt von Reifen zu Reifen. Visualisierungen zeigen präzise an, welcher Reifen als Nächstes an der Reihe ist. Sobald der physische Scanner über die Lauffläche geführt wird, erhält der Techniker sofortiges haptisches und akustisches Feedback. Echtzeit-Analyse (Instant Insight): Direkt nach dem Scan wird der Reifenzustand übersichtlich dargestellt: Profiltiefe in Millimetern, Warnungen bei einseitigem Abrieb oder Beschädigungen. Kritikpunkte werden farblich hervorgehoben. Abschluss & Bericht (Report & Action): Nach dem letzten Reifen wird eine automatisierte Gesamtzusammenfassung der Flotteninspektion generiert. Der Techniker kann den Bericht mit einer digitalen Unterschrift freigeben oder direkt einen Reifenwechsel veranlassen.

Anforderungen

Aus den harten Bedingungen auf dem Betriebshof und den komplexen Hardwaredaten leiteten sich klare funktionale und ergonomische Anforderungen an das UX/UI-Design ab: - Bedienbarkeit: Vergrößerte Interaktionsflächen (Min. Touch-Targets von 48–56 dp), Verzicht auf filigrane Gesten und Platzierung der primären CTAs in der unteren Bildschirmhälfte („Thumb Zone“). - Lesbarkeit: Die situationsbedingten Umstände verlangten eine gute Lesbarkeit durch Kontraste und Typografie. - Reduzierte Informationsdichte (Progressive Disclosure): Komplexe 3D-Scandaten und Abnutzungsmuster müssen sekundenschnell in leicht verständliche Ampelsysteme (Grün/Gelb/Rot) übersetzt werden

Visuelles Design

Fazit

Das Ergebnis ist ein hochspezialisiertes B2B-Werkzeug, das die Inspektion von Lkw-Reifen drastisch beschleunigt und digitalisiert. Durch die enge Einbindung der Endnutzer in den Entwicklungsprozess konnte eine exzellente Akzeptanz bei den Servicetechnikern erreicht werden. Die Fehlquote bei der Datenerfassung sank nahezu auf Null, während die Inspektionszeit pro Fahrzeug signifikant reduziert wurde. Das Projekt beweist, wie gutes UX-Design selbst in rauen Industrieumgebungen komplexe Hardware-Technologie in ein einfaches, verlässliches Alltagswerkzeug verwandeln kann.